Ein Haus mit Geschichte

Auf den Namen wurden wir aufmerksam durch die Zulieferung von Baumaterial, adressiert an Villa Schulenburg. Nun sind wir neugierig geworden und fingen an zu recherchieren. Wir bedanken uns bei der Enkelin, Erika Gräfin von der Schulenburg, bei ehemaligen Mietern und aufmerksamen Rüganern .

Hier unsere Ergebnisse:

1907 erbaut von dem fürstlichen Baumeister Heinemann.

1923 Heirat der Dorothea von Platen mit Gebhard Graf von der Schulenburg. Seitdem heisst das Haus im Volksmund “Villa Schulenburg”.

1945 Einquartierung von Flüchtlingen und Vertriebenen.

Eine Tochter der letzten Herrin zu Putbus, Thola von Veltheim, fand in der Abseite der Küche ( ca. 8 m2) Unterschlupf.

1946 starb Gebhard Graf von der Schulenburg.

1948 Flucht von Thola von Veltheim nach Westdeutschland.

1952, am 25.08. ab 10h Zwangsräumung für die Staatssicherheit. Die Gräfin von der Schulenburg fand zwei Zimmer in der Marienstraße 1. Sie verstarb 1954.

Die Staatssicherheit arbeitete in diesem Haus bis Dezember 1955.
Die Kellerräume dienten zur “Unterbringung der Zugeführten”.

Ab 1956 Mietshaus.

Bedingt durch die Wohnungsnot gab es Einbauten und Umbauten.

Das Haus wurde enteignet und zum Volkseigentum erklärt.

Nach der “Wende” stellten die Erben einen Rückübertragungsantrag. Dem wurde stattgegeben.

Im Mai 2003 konnten wir dieses lädierte, in seiner Substanz sehr beschädigte Haus erwerben. Unser Bemühen bei der Restaurierung war, dem Original so weit wie möglich gerecht zu werden. Wir hoffen, es ist uns gelungen, den Charme dieser alten Villa annähernd wieder herzustellen.